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Jahresbericht 1999

Liebe Freunde, liebe Spender.

Das Jahr 1999 hat bei uns viele Aktivitäten ausgelöst, über die wir Euch/Sie informieren wollen. 1999 sollte uns darüber Auskunft geben, wie viel Finanzmittel wir beschaffen können. Denn eine der größten Unsicherheiten bei unserer Arbeit ist die Spendenbeschaffung. Die Realisierung unserer Vorstellung, und damit auch die Hilfe für Ungarn, ist ausschließlich vom Geld abhängig!
Eine Projektbeschreibung wurde mit dem Spendenaufruf für unser erstes Projekt erstellt:


 

Schulspeisung für Kinder in Vezseny, Ungarn.

Im Februar gingen die ersten Informationen an einen kleineren Adressatenkreis, um die Wirkung zu erproben. Da die Resonanz positiv war, gingen schon im März die Aufrufe an einen größeren Adressatenkreis. Parallel dazu planten wir seit Jahresanfang eine Veranstaltung zu Gunsten unseres Projektes auf dem Obermeierhof in Jettenbach. Es wurde ein Ungarischer Märchentag, der am 17. 04. 99 stattfand. Viele Besuche in und um Jettenbach waren erforderlich, um alles vorzubereiten und die erforderliche Werbung durchzuführen. Die von uns erhofften vielen Besucher sind leider nicht gekommen und dadurch sind auch nicht so viele Spenden eingegangen wie erwartet.

Der Ehrengast, die Person unseres Vertrauens aus Vezseny, János Fábián, hatte leider kurzfristig absagen müssen. Schneeschmelze im Februar und viel Regen im März / April ließen das Grundwasser im Ort erheblich ansteigen, so dass sein Keller unter Wasser stand. Auch der Pegel der Theiß war kräftig angestiegen.

Im Juni und Juli war der Pegel der Theiß durch erneuten heftigen Regen weiter dramatisch angestiegen. Der Staat ließ den Vezseny schützenden Deich durch das Militär öffnen, um größere Orte flussabwärts zu schützen. Vezseny stand mehrere Tage bis zu 50 cm Höhe unter Wasser. Der Regen fiel unerbittlich weiter.

Ein Hilferuf erreichte uns aus Vezseny! Wir beschlossen die „Schulspeisung für Kinder in Vezseny“ weiterzuführen und darüber hinaus alle verfügbaren Spenden mit nach Ungarn zu nehmen.

Die Häuser der ärmeren Bürger von Vezseny hatten leider auch erhebliche Schäden an den Dächern. Die Wandziegel, wie seit altershehr üblich, aus Lehm und nur mit Schilf verstärkt, hielten dieser Belastung nicht stand. Die Wände weichten durch die Nässe von oben und unten auf und ganze Hausteile sanken völlig zusammen, andere konnten nur durch schnelles Abstützen vor dem endgültigen Zusammenbruch gerettet werden.

János Fábián hatte von der Gemeindeverwaltung Vezseny eine Liste der ärmsten Familien erhalten, die vom Hochwasser besonders betroffen waren. Aus 17 der am meisten beschädigten Häusern wurden, gemeinsam mit Mitgliedern des dortigen Freundeskreises, 7 Familien für eine finanzielle Unterstützung ausgewählt, deren Häuser ganz besonders beschädigt waren. Das Geld wurde von uns persönlich im Beisein von zwei Vertretern des Freundeskreises Vezseny den Betroffenen übergeben. Damit sollten die am dringendsten erforderlichen Materialien für die Instandsetzung der Häuser beschafft werden.

Damit haben wir unser zweites Projekt in Ungarn gestartet:


 

Übergabe der Spende zu Gunsten der Hochwasseropfer im Jahr 1999




Hochwasserhilfe für Vezseny!

1998 hat die Verwendung unserer Gelder für die Schulspeisung der bedürftigen Kinder nicht nach unserer Vorstellung funktioniert. Wir berichteten dies bereits 1998. Das Geld war nach 4 Monaten noch nicht weiter gegeben worden. Die Familien der betroffenen Kinder wurden damals von uns, gemeinsam mit Vertretern des Freundeskreises und der Schulleitung, schriftlich über unsere Spende und deren Verfügbarkeit bei der Schulstiftung informiert. Die Schulstiftung wurde über diese Maßnahme für jede/n einzelne/n Schüler/in informiert.

Um derartige Versäumnisse zukünftig auszuschließen, wurde damals vor Ort von den Mitgliedern unseres Vereins beschlossen: Der Vorstand des Freundeskreises Vezseny übernimmt die Verwaltung unserer Spende für die Schulspeisung und zahlt zukünftig monatlich den festgesetzten Betrag für die betroffenen Kinder direkt an die Gemeindeküche. Diese Vorgehensweise ist damals im Nachhinein von den Mitgliedern genehmigt worden.

Zum Nationalfeiertag in Ungarn, den 20. August, hatten wir schon 1998 einen Besuch unserer Gilde in Vezseny zugesagt. Dieses Treffen wurde mit dem Freundeskreis Vezseny verabredet, deren Mitglied unsere Vertrauensperson ist. Die Völkerverständigung fördern und pflegen ist unserem Verein ja ein zentrales Anliegen. Aus unserem Verein waren 5 Mitglieder und 6 Familienangehörige in Vezseny. Wir berichteten über unsere Tätigkeit, die lokale Presse war anwesend und unsere Vertrauensperson berichtete von den Ergebnissen in Vezseny und dem Lande. Bei ungarischem Pörkölt (unser Gulasch) und ungarischen Volksliedern wurde das Haus Europa ein Stückchen weiter gebaut.

Die von uns angestrebte Kostendeckung der Verwaltung durch den Jahresbeitrag unserer Mitglieder wurde leider nicht erreicht. Ein geringer Teil der Spenden musste für unsere Verwaltung hergenommen werden.

Bei aller Arbeit, die manches Mal erheblichen persönlichen und finanziellen Einsatz einzelner Mitglieder bedurfte, haben wir uns doch auch persönliche Freude gegönnt. Wir haben mit unseren Freunden von der Bayerngilde den Abend am Aschermittwoch in München verbracht. Wir waren in Ettal und haben uns mit Frater Philipus das Kloster genauer angesehen und vom Auftrag der Benediktiner erzählen lassen.

Wir hatten Vereinstreffen in Münster am Lech und in Hasling bei Pfarrkirchen, haben viel miteinander gesprochen, haben geplant und sogar schon für 2001 das „Süddeutsche Gildetreffen“ des VDAPG in Waldkraiburg angestoßen.

Wir konnten unser erstes Ziel, die Schulspeisung von bedürftigen Kindern in Vezseny zu finanzieren, erfüllen. Dafür danken wir allen Spendern! Wir sind sehr stolz darauf, dass uns dies gelungen ist!



 

Neben der Weiterführung der Schulspeisung, unser erstes Projekt, ist die Milderung der Hochwasserschäden bei den Bedürftigsten in Vezseny unser nächstes Ziel und unser zweites Projekt. Dazu bedarf es einer größeren Anstrengung von uns und von Ihnen / Euch, unseren Spendern. Bitte, helft, helfen Sie alle mit!!

Dietrich Lücke
Vorsitzender